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Politische Berichte. Linke-ArGe-Rundschreiben Linkekritik-Ergeb. u . Mat. THEMENHEFTE

Alfred Küstler, PB02/2018, S.20 Lektürebericht: Herfried Münkler, Der Große Krieg – Die Welt 1914 bis 1918 Kriegsschuld und Verantwortung für die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts sind nicht das Thema von Münkler, sondern die ideologischen, religiösen und kulturellen Hintergründe sowie die ursächlichen politischen und militärischen Entscheidungen. Münkler gelingt zweierlei: er regt zum Befassen mit ungelösten Fragen an und weist eindringlich auf die Folgen politischer Entscheidungen hin – „unvermeidlich“ war der Erste Weltkrieg nicht. So gab es Ansätze der Kooperation z.B. zwischen Deutschland und Frankreich, dem stand die agonale Sicht gegenüber, dass es einen Sieger in der Konkurrenz geben müsse. Den Kriegsverlauf betreffend waren es deutsche Entscheidungen für brutal völkerrechtswidriges Vorgehen, die zu diesem vierjährigen Gemetzel führten. Das Deutsche Reich hatte, nach Münkler, eigentlich weder zwingenden Grund, noch ein überzeugendes Ziel für diesen Krieg: so wurde der Krieg zum Selbstweck. Interessant auch die Aussichten, die „das Habsburger Reich als ein möglicher Vorläufern einer mittel- und südeuropäischen EU“ gehabt hätte, wenn es sich nicht auf den Krieg kapriziert hätte. Münklers Schlußfolgerung, bestehende Konfliktfelder zu bearbeiten anstatt sie zu übersehen, ist überzeugend begründet.

Projektnotiz, pb18-02-20b-kuestler-lektuere-muenkler, 18. 01. 2018 Letze Bearbeitung am: 18. 01. 2018
QUELLE:www.linkekritik.de/fileadmin/pb1802/pb18-02-i.pdf Kategorien: PB2018• KüstlerAlfred• Epochenbruch-1914-23• Münkler, Herfried • LLE-Publiziert

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