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Zusatz-Infos ausblenden Gestartet am: 18. 03. 2016 Zuletzt bearbeitet am:: 1. 04. 2016 Stichworte: •  1900-1919 •  1918/19_Bayern_AllgWahlrecht •  Bayern •  Deutschland •  Partizipation •  Rätedemokratie •  Volksgesetzgebung •  Wahlrecht

1918/1919 Bayern. Kriegsende, Untergang der Monarchie, Wahlaufruf der Räteregierung vom 5.12.1918: "Wahlberechtigt sind alle männlichen und weiblichen bayerischen Staatsangehörigen".

Nachdem sich die Münchner Garnison am 7. November einer Friedensdemonstration anschloss, bildeten sich noch in der Nacht Arbeiter- und Soldatenräte, Bayern wurde zum Freistaat erklärt, der König floht. Bereits am 4. Dezember erfolgt der Aufruf zur Wahl des Landtags. Frauen sind uneingeschränkt wahlberechtigt.

 

 

 

 

 

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www.verfassungen.de/de/by/staatsgrundgesetz18.htm

www.verfassungen.de/de/by/staatsgrundgesetz18-2.htm

 

 

Zum Hintergrund (provisorisch)

29. Oktober – 9. November – Flotte und Armee zerbrechen. In der Nacht vom 29. zum 30. Oktober weigerten sich die Matrosen der in Wilhelmshaven liegenden Hochseeflotte, den Anker zum Auslaufen in eine letzte Seeschlacht mit der britischen Seemacht zu lichten. Danach wurde das III. Geschwader in seinen Heimathafen nach Kiel zurückverlegt. Angesichts drohender Verhaftungen und Bestrafungen suchten und fanden die Matrosen Kontakt zu den Gewerkschaften, zur USPD und zur SPD. Das Flottenkommando rief die Reichswehr zu Hilfe. Aber die Soldaten verbrüderten sich mit den Matrosen und Arbeitern. Am Abend des 4. November hatte sich der Aufstand durchgesetzt. In ganz Nordwestdeutschland bildeten sich Arbeiter und Soldatenräte.

7.8. November. In München hatten Gewerkschaften, USPD und SPD für den 7. November zu einer Friedenskundgebung auf der Theresienweise aufgerufen, dem nach Zeitzeugenberichten Hundertausende folgten. Im Zuge des Aktion zogen linke Gruppierungen vor die Kasernen. Unerwartet für die Staatsführung verließen die Soldaten die Kasernen um sich der Aktion anzuschließen. Noch in der Nacht konstituierte sich ein Arbeiter und Soldatenrat, der den Freistaat Bayern ausrief und sich, "bis eine endgültige Volksvertretung geschaffen sein wird" zur "obersten Behörde" erklärte. (1) Der König floh in derselben Nacht. aber die Beamten aus ihrer persönlich-eidlichen Gehorsamspflicht entließ.

Bereits am 5. Dezember 1919 erließ die neue Regierung eine Wahlproklamation zum Landtag. Wahlrecht haben "alle männlichen und weiblichen Staatsangehörigen, die am Tage der Wahl

1.    das 20. Lebensjahr zurückgelegt,

2.    die bayerische Staatsangehörigkeit besitzen".

Bei den Wahlen, die am 12. Januar 1919 ohne Störungen abgehalten werden, beteiligten sich erstmals im deutschen Reich Frauen und Männer gleichberechtigt. Die USPD, die treibende Kraft der Gründung des Freistaats gewesen war, erzielte jedoch nur 2,5 Prozent der Stimmen bzw. 4 Mandate.

Die USPD und namentlich Kurt Eisner hatten gehofft, die Rätebewegung in einer parlamentarische Demokratie einbetten zu können.(3) Vielleicht hätte es dazu trotz der verheerenden Wahlniederlage eine Chance gegeben. Die Ermordung Eisners, die ein Attentag im Landtag auslöste mündete in die Konfrontation.

Das allgemeine, von Einkommen und Geschlecht unabhängige, gleiche und geheime Wahlrecht zum Parlamenten und damit die Idee der repräsentativen Demokratie konnte sich trotz Rückschlägen in den 12 Jahren der Naziherrschaft behaupten. Mit dem Scheitern der Räte-Idee als Form der politischen Herrschaft blieb unklar, wie sonst politische und soziale Emanzipation miteinander verklammert werden könnten.

Dokumentation

(letztlich als PDF-Sammlung, bebildertes Inhaltsverzeichnis im offenen Textteil):
Wikipedia zu Flettenaufstand und Kapitulation
Zeitzeugnis aus „Brotmarken und Rote Fahnen“
Die Proklamation des Freistaates
Der Vortrag Eisners in Sachen Räte und Parlamente
Der Wahlaufruf

Weitere Notizen (in Arbeit)
Die Friedensmanifestation und ihre Ziele:
Die Beteiligung der Frauenbewegung an den EReignissen des 7./8.
Die Kombination von Rätebewegung und Parlamentarischer Demoraktie als Strategie
Das vorläufige Grundgesetz
Der Schul-Konflikt mit den christlichen Kirchen
Die Beauftragung des Landtags mit der Ausarbeitung einer Verfassung
Die Wahlniederlage der USPD
Die Ermordung Eisners

LINKS:

www.hdbg.eu/koenigreich/web/index.php/themen/index/herrscher_id/4/id/57

 

 www.verfassungen.de/de/by/staatsgrundgesetz18-2.htm

 https://www.hdbg.eu/koenigreich/web/index.php/themen/index/herrscher_id/4/id/57

 www.verfassungen.de/de/by/staatsgrundgesetz18-2.htm

München, den 17. März 1919