in: ArGe RB-18/2017, S. 1-2.
Die Ausbreitung von autoritärer Demokratie geht in ganz Europa vor sich. Die Zielbestimmung der Emanzipation und das Mittel der Demokratie werden auseinandergerissen. Emanzipative Bewegungen lernen die Mehrheit fürchten und suchen Schutz unter den Flügeln der Staatsgewalt. Wie kann es dazu kommen? Im ersten Teil unserer Diskussion - siehe nachstehende Berichte Teil I und II - wählen wir einen Text zum Ausgangspunkt, der die internationale Beziehung von politischer Willensbildung und Gewaltmonopol behandelt. Gibt es, zweitens, einen Zusammenhang von Staatsverfassung und Rechtsordnung mit der individuellen Entfaltung und bieten griechische Philosophie, römisches Recht und christliche Theologie auch der heutigen Diskussion Bezugspunkte? Was kann, drittens, der autoritären Demokratie politisch entgegengesetzt werden? Dazu ein Blick auf eine Tradition, die sowohl Argumente für die Idee der Gewaltenteilung kennt wie auch solche für die unbedingte Durchsetzung des Volkswillens. Im zweiten Teil unserer Diskussion beschäftigen wir uns mit der Annahme, dass die moderne Demokratie einen Strukturwandel erlebt bzw. zu bewältigen hat, und was in diesem Wandel wirksame Faktoren sind. Anschließend wollen wir über die Rechtsaußenparteien in der Europäischen Union diskutieren und im besonderen über die Strategiebildung der AfD.
Martin, Fochler in: ArGe RB-18/2017, S. 2-5.
Teil 1: Bericht aus der Diskussion anhand von Auszügen klassischer Texte (Aristoteles, Cicero, Montesquieu, Rousseau, Karl Marx). Hat es Sinn, Texte, die im Kontext der antiken Polis, des aufkommenden Imperium Romanum, zum Ende der absoluten Monarchie und zum Beginn des republikanischen Zeitalters in Frankreich entstanden, zur Interpretation eines ganz aktuellen Phänomens - autoritäre Demokratie - heranzuziehen? Dafür spricht, dass das Gefüge der politischen Einrichtungen, die Organisation politischer Macht keineswegs Ausgeburt der Aktualität ist, sondern auf Traditionen beruht, die weit zurückreichen. Als Ausgangspunkt haben wir uns deshalb mit den folgenden geschichtlich wirksamen Herrschafts-/Staatsformen und entsprechenden Texten dazu befasst. Mit einer Zusammenfassung der Schlussdiskussion und sich daraus ergebenen Konsequenzen endet der Bericht.
Antike, Griechenland
Texte aus:
Aristoteles (geb. 384 v.Chr. in Stageira, gest. 322), Politik, 2. Auflage, München 1976 (dtv 6022)
Rom
Texte aus:
Marcus Tullius Cicero (106 v.Chr. bis 43 v.Chr.), Der Staat, Reinbeck b. Hamburg 1964, Rowohlts Klassiker 162; Über die Gesetze, Reinbeck b. Hamburg 1969, Rowohlts Klassiker 239
Absolutismus, Aufklärung und der Geist der Gesetze
Texte aus:
Montesquieu (1689 bis 1755), Vom Geist der Gesetze, 1. Band, Tübingen 1951
Die Idee volonté générale ("allgemeiner Wille")
Texte aus:
Jean-Jaques Rousseau (1712 bis 1778), Der Gesellschaftsvertrag oder die Grundsätze des Staatsrechts, Stuttgart 1974, Reclam
Ein Staat nach dem Vorbild der Pariser Kommune?
Texte aus:
Karl Marx (1818 bis 1883), Der Bürgerkrieg in Frankreich, Adresse des Generalrats der Internationalen Arbeiterassoziation, zugänglich über http://mlwerke.de/me/me17/me17_319.htm
Stichworte: Fochler, Martin • Aristoteles • Cicero, Marcus Tullius • Marx, Karl • Montesquieu • Politik • Rousseau, Jean Jacques • xxx-Kurs Internationale Politik • xxx-Kurs Philosophie/Kulturw. • xxx:ArGe-Kurs-Wi-B
Fundstelle im PDF:
Martin, Fochler in: ArGe RB-18/2017, S. 2-5.
Teil 1: Bericht aus der Diskussion anhand von Auszügen klassischer Texte (Aristoteles, Cicero, Montesquieu, Rousseau, Karl Marx). Hat es Sinn, Texte, die im Kontext der antiken Polis, des aufkommenden Imperium Romanum, zum Ende der absoluten Monarchie und zum Beginn des republikanischen Zeitalters in Frankreich entstanden, zur Interpretation eines ganz aktuellen Phänomens - autoritäre Demokratie - heranzuziehen? Dafür spricht, dass das Gefüge der politischen Einrichtungen, die Organisation politischer Macht keineswegs Ausgeburt der Aktualität ist, sondern auf Traditionen beruht, die weit zurückreichen. Als Ausgangspunkt haben wir uns deshalb mit den folgenden geschichtlich wirksamen Herrschafts-/Staatsformen und entsprechenden Texten dazu befasst. Mit einer Zusammenfassung der Schlussdiskussion und sich daraus ergebenen Konsequenzen endet der Bericht.
Antike, Griechenland
Die Schriften der griechischen Antike beziehen sich bereits auf Gesellschaften, in deren Wirtschaften differenzierte Arbeitsteilung und Austausch eine tragende Rolle spielt. Der Text von Aristoteles macht sichtbar, dass die politischen Gebilde unserer Zeit aus einer Kombination von Herrschaftsformen zusammengesetzt sind und das auch noch in jedem Staat anders.
Texte aus:
Aristoteles (geb. 384 v.Chr. in Stageira, gest. 322), Politik, 2. Auflage, München 1976 (dtv 6022)
Rom
Hier geht es um die Organisation weit auseinanderliegender Produktions- und Austauschprozesse und der Abwehr äußerer und innerer Bedrohungen. Die politische Macht als Garant geschlossener Verträge muss durch eine strukturierte Rechtsordnung ergänzt werden. Quelle des Rechts ist die Natur als Geschenk der Gottheit, die - weit gefasst - sowohl als Natur der materiellen Welt wie auch der Gesellschaft und des einzelnen Menschen verstanden wird. Damit ist die Identität von Macht und Recht dahin und das Handeln der Mächtigen kann vom Standpunkt des Vernünftigen aus kritisiert werden.
Texte aus:
Marcus Tullius Cicero (106 v.Chr. bis 43 v.Chr.), Der Staat, Reinbeck b. Hamburg 1964, Rowohlts Klassiker 162; Über die Gesetze, Reinbeck b. Hamburg 1969, Rowohlts Klassiker 239
Absolutismus, Aufklärung und der Geist der Gesetze
Quell der Idee vom Guten ist der von Gottes Gnaden, d.h. von der Kirche, gesalbte Monarch. Die Gefahr der Willkürherrschaft und des Missbrauchs ist handgreiflich. Das geschriebene nachvollziehbare Recht entwickelt sich als Mittel zur Organisation des zivilen Wirtschaftsverkehrs, zur Eingrenzung der politischen Macht und der Geistlichkeit. Der Trend zur Teilung der Gewalten wurde nunmehr als Organisationsprinzip bürgerlicher Gesellschaft empfohlen. Recht und Gesetz er
Stichworte: Fochler, Martin • Aristoteles • Cicero, Marcus Tullius • Marx, Karl • Montesquieu • Politik • Rousseau, Jean Jacques • xxx-Kurs Internationale Politik • xxx-Kurs Philosophie/Kulturw. • xxx:ArGe-Kurs-Wi-B
2017-0216-ArGe-RS-18.pdf">Fundstelle im PDF:
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Rolf, Gehring in: ArGe RB-18/2017, S.14-15.
Wegemarken der Emanzipation / Kalenderblätter Rolf Gehring gibt einen kurzen Input über den aktuellen Stand dieses Projektes. Die Resonanz ist aus vielen europäischen Ländern sehr positiv. Gesucht werden weiterhin Autoren/Zuständigkeiten/Patenschaften, die ein Land verantwortlich betreuen. Ein - auch finanzielles - Problem ist die Übersetzung nichtdeutscher Text, die teilweise an Übersetzerbüros gegeben werden müssen.
Stichworte: Gehring, Rolf • xxx-Kurs Internationale Politik • xxx-Kurs Philosophie/Kulturw. • xxx:ArGe-Kurs-Wi-B • xxxArGe-B
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Karl-Helmut, Lechner in: ArGe RB-18/2017, S. 8-10.
Vortrag "Bekenntnis und Religion in einer rechtlich geordneten Gesellschaft". Der Vortrag beginnt mit der Feststellung, dass auf dem ideologischen Gebiet von Religionen und Weltanschauungen zur Zeit mehr bewusst als unbewusst, von rechts wie von links, Konflikte geschürt werden, die dazu angetan sind, diese Gesellschaft auseinanderzutreiben. Notwendig sei deshalb ein Diskurs über gangbare Wege, die es der Gesellschaft ermöglichen, religiös begründete Konflikte in einem demokratisch geordneten Miteinander nicht nur auszuhalten, sondern sie in eine Bereicherung kultureller Vielfalt zu verwandeln. Religionsverfassungsrecht und der dazugehörigen Rechtsprechung müsse es gelingen, in dieser Zeit gesellschaftlicher Widersprüche zwischen Weltanschauungen und Religionen gleichsam zu moderieren. Dafür schlägt Karl-Helmut Lechner die Behandlung zweier Themenblöcke vor und begründet sie im Folgenden:
* Aufarbeitung linker Tradition der Religionskritik als Vorstufe einer wissenschaftlichen Untersuchung der Religion.
* Das herkömmliche Staats-Kirchenrecht muss Religionsverfassungsrecht werden.
Stichworte: Lechner, Karl-Helmut • Kirche/Religion • xxx-Kurs Internationale Politik • xxx-Kurs Philosophie/Kulturw. • xxx:ArGe-Kurs-Wi-B • xxxArGe-B
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Brigitte, Wolf in: ArGe RB-18/2017, S. 16.
Protokoll der Mitgliederversammlung der "Arbeitsgemeinschaft Konkrete Demokratie - soziale Befreiung (ArGe)" am 5.1.2017 in Erfurt. Berichte und Diskussion entlang folgender Tagesordnung: 1. Situation der ArGe: Tätigkeit und Mitgliederentwicklung 2016; 2. Finanzen; 3. Projekt Wegemarken/Kalenderblatt: Detaillierte Vorstellung insbesondere der Internet-Veröffentlichung und der Möglichkeit zur Mitarbeit; 4. Arbeit am Thema "Bekenntnis"; 5. Termin der Sommerschule 2017: 10. bis 12.08.2017
Stichworte: Wolf, Brigitte • xxx-Mitgliederversammlung • xxxArGe-B
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