Tarifabschluss in krisenhaften Zeiten
Bruno Rocker, Berlin. Die IG Metall hat dennoch ein passables Ergebnis erzielt. Nach einer Einmalzahlung von 600 Euro bis zum 1. Febr. 2025 erhalten die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie ab April 2025 2,0 % sowie 3,1 % ab 1 April 2026 mehr. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. Okt. 2026. Das bedeutet umgerechnet zwar wenig mehr als der Ausgleich der Inflationsrate. Der Abschluss wirkt dennoch stabilisierend für Beschäftigte und für die Branche. Ergänzend wird das „Tarifliche Zusatzgeld“ erhöht und die Möglichkeit ausgeweitet, diese Sonderzahlungen auch in Freizeit umzuwandeln. Die Auszubildenen erhalten immerhin 140 Euro mehr Entgelt ab Januar 2025 und weitere 3,1 Prozent ab April 2026. Zugestanden wurde den Arbeitgebern allerdings die Möglichkeit, die Zahlungen des tariflichen Zusatzgeldes hinauszögern oder ganz streichen zu können, wenn die Nettoumsatzrendite des jeweiligen Unternehmens unter 2,3 Prozent fällt. Da sich gegenwärtig die Situation in den Zulieferbetrieben der Automobilindustrie z.B. in Baden-Württemberg besonders krisenhaft darstellt, lässt sich das nicht völlig ausschließen.
Aus diesem Grund mussten diesmal auch die Tarifbezirke Küste und Bayern für den Pilotabschluss sorgen. Die Übernahmeverhandlungen in den anderen Tarifbezirken verliefen bislang reibungslos.
Abb. (PDF): Durch Tarifverträge der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie gesicherte Leistungen für die Zeit bis November 2026. (Website der IG Metall)