Viele Gründe, wählen zu gehen
Christiane Schneider, Hamburg
Das Bündnis „Klare Kante gegen Rechts“ in Hamburg hat Menschen gefragt, warum es für sie wichtig ist, am 9. Juni zur Wahl zu gehen. Hier ein Auszug:
• Ich bin seit acht Monaten Deutscher. Das ist die erste freie Wahl in meinem Leben. Ich will, dass das so bleibt. Said
• Die AfD ist eine Gefahr für Leib und Leben aller, die nicht in ihre Volksgemeinschafts-Ideologie passen. Ich will nicht, dass sich die Geschichte wiederholt. Deshalb fordere ich das Verbot der AfD. Und deshalb gehe ich am 9. Juni zur Wahl: mit meiner Stimme gegen Nazis und Rassisten! Conny Kerth, Vorsitzende der VVN/BdA
• Als Straßensozialarbeiter kämpfe ich für die Rechte obdachloser Menschen, gegen Diskriminierung und Ausgrenzung! Immer häufiger werden wohnungslose Menschen Opfer rechter Gewalt. Feindseligkeiten und Ressentiments reichen bis in die Mitte der Gesellschaft hinein. Solidarität statt Spaltung! Deswegen gehe ich zur Wahl. Johan Graßhoff
• Für mich als Gewerkschafterin ist die Mitbestimmung das A&O unserer Demokratie. Als Gewerkschaften verteidigen wir die Demokratie – in den Betrieben, an den Werkbänken und Schreibtischen, auf der Straße. Mit den Betriebs- und Personalräten gestalten wir Demokratie vor Ort. Im Wahljahr 2024 kommt es auf uns alle an. Tanja Chawla, DGB-Vorsitzende HH
• Ich gehe wählen, weil ich den Kräften, die die Idee eines gemeinsamen Europas in Demokratie und Freiheit und Wahrung der Menschenrechte mit Füßen treten, nicht das Feld überlasse. Elisabeth Draeger, Aufstehen gegen Rassismus
• Antimuslimischer Rassismus stellt eine Bedrohung für gesellschaftliche Stabilität und sozialen Frieden dar. Antirassist*in zu sein bedeutet, sich gegen Rassismus einzusetzen – strukturell, institutionell, individuell. Es ist wichtig, zur Wahl zu gehen und Verantwortung zu übernehmen für Gegenwart und Zukunft. Özlem Nas, stellv. SCHURA Vorsitzende
• Ich gehe wählen, um meine Stimme gegen Autokratie, Demagogie, Populismus und Faschismus einzusetzen. Rocko Schamoni
• Als bei einer Stolperstein-Verlegung in der Weidenallee ein Nachbar provokativ auf den Gehweg spuckte, merkte ich, wie sich das Klima nach rechts gedreht hat. Auch deswegen gehe ich zur Wahl. Holger
• Ich gehe wählen, weil ich auf dem Weg in meine Heimat Rumänien die Grenzen weiterhin ohne Angst und Zittern passieren will. Frieder, 80 Jahre, Jurist
• Völkische Ideen, Nationalismus, Rassismus – das ist der Weg in Barbarei und Entmenschlichung. Ich gehe wählen, um mit meiner Stimme dagegenzuhalten.
Goetz Steeger, Autor, Musiker
• Ich gehe immer wählen, aber diesmal vor allem, weil meine Stimme eine wichtige Stimme gegen die AfD ist. Klaus Täger, evangelischer Pastor in Hamburg
• Ich gehe wählen, weil ich Europäer bin und wir Europa nicht denen überlassen dürfen, die es abschaffen wollen. Bei allen Fehlern im System, Europa ist eine gute Idee, zurück zum Nationalstaat kann nicht der Weg sein. Wenn mir das Essen im Restaurant nicht schmeckt, zünde ich auch nicht den Laden an! Tobias Unterberg, Cellist, Komponist, Europäer
• Ich gehe wählen, weil ich keine Lust auf Arschlöcher habe. Weil mir Europa nicht egal ist. Weil alles andere nicht besonders schlau wäre. Damit Europa ein friedlicher Ort ist. (Name bekannt)
• Ich gehe wählen, weil: für mich es wichtig ist, in einen Diskurs eingeschlossen zu werden, wo es um uns und unsere Bedürfnisse geht; ich eine Politik fordere, die unsere Werte ebenfalls schützt; – Solidarität für mich lebendige Auseinandersetzung auf Augenhöhe ist! Ibrahim Arslan, Opfer und Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992.
hamburg.klare-kante-gegen-rechts.eu
Abb. (PDF): Mehrere Bündnisse, darunter „Klare Kante gegen Rechts“, haben sich zusammengeschlossen für eine Großkundgebung am 7. Juni. Bild: DGB Hamburg