Politische Berichte Nr.06/2024 (PDF)13
Aktionen-Initiativen

Internationale Asbestkonferenz

Rolf Gehring, Brüssel.

Mit dem legislativen Initiativbericht des Europäischen Parlaments wurde nicht nur eine deutliche Verbesserung der Arbeitsschutzrichtlinie zu Asbest erreicht, sondern auch eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen auf europäischer Ebene initiiert. Viele Aspekte wurden von der Kommission in einer Mitteilung behandelt, die teils auch konkrete Vorschläge und Zeitpläne vorsah. Unter anderem wurde die Liste der Berufskrankheiten erweitert (siehe auch PB 3/2024, S. 14), Vorgaben für die Behandlung von asbesthaltigen Abfällen werden überarbeitet, Handlungshilfen für die Arbeit mit Asbest in den verschiedenen Gewerken erstellt.

Auf Initiative der Internationalen Vereinigung der Arbeitsinspektoren (IALI), der Internationalen Kommission für Gesundheit am Arbeitsplatz (ICOH), der Gewerkschaft und der Arbeitgeber des Bausektors, des EGB und einiger Europaparlamentarier hat die europäische Kommission nun eine internationale Konferenz organisiert, die den Arbeitsschutz bei Asbestarbeiten thematisieren wird.

Die Initiatoren hatten darauf verwiesen, dass die Kommissionsmitteilung eines der sieben Kapitel der Rolle Europas in der Welt im Zusammenhang mit der Asbestbeseitigung thematisierte und, dass das Kommissionsdokument auch großen Wert auf den Stand der Technik bei der Prävention legt.

Die Initiative verband beide Momente und unterstrich, dass beim Austausch von guten Praktiken und technischen Lösungen Europa durchaus eine gute Rolle spielen könnte. Folgend legten die Initiatoren Vorschläge für Themenblöcke und Referenten vor, die vor allem auch auf eine aktive Beteiligung anderer Regionen achtete.

Die Kommission griff diese allerdings kaum auf und das Programm hat nun eine Schlagseite in Richtung Europa und vermutlich auch in Richtung Selbstlob, die Beteiligung der internationalen Akteure ist ein wenig unter die Räder gekommen. Auch die Tatsache, dass die Veranstaltung, die am 28. November online stattfinden wird, in Englisch und ohne jegliche Verdolmetschung durchgeführt wird, dürfte die Beteiligung direkt beschränken.

IALI und ICOH habe informell bereits angekündigt, in Kooperation mit der Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter eine eigene internationale Konferenz zu organisieren.