Politische Berichte Nr.06/2024 (PDF)27a
Demokratie verteidigen

Demokratie verteidigen – Redaktionsnotizen

Red. Rosemarie Steffens, Langen, Hessen

01 Analyse der Otto-Brenner-Stiftung 11/2024: Social-Media-Partei AfD?
02 Versuche rechter und verschwörungsideologischer Einflussnahme auf die Friedensbewegung.
03 Im Ressentiment vereint. Die Leipziger Autoritarismus-Studie 2024 ist erschienen.

01

Analyse der Otto-Brenner-Stiftung 11/2024: Social-Media-Partei AfD?: Die Studie analysiert die digitalen Landtagswahlkämpfe der AfD in Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Danach sind im Auftreten in den sozialen Medien zwischen den Landesverbänden deutliche Unterschiede nachweisbar. In Brandenburg habe die AfD am meisten in den digitalen Wahlkampf investiert und sei eng mit dem extrem rechten Vorfeld der Partei vernetzt gewesen. In Thüringen sei der digitale Wahlkampf auf Spitzenkandidat Höcke zugespitzt gewesen. Die AfD Sachsen habe im digitalen Raum vergleichsweise wenig Akzente gesetzt, auch weil die Freien Sachsen hier sehr präsent gewesen seien. Die digitale Performanz der AfD werde in der Öffentlichkeit häufig überschätzt.

www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/02_Wissenschaftsportal/03_Publikationen/AP73_LTW_AfD_Vierseiter_WEB.pdf

02

Versuche rechter und verschwörungsideologischer Einflussnahme auf die Friedensbewegung. Die Broschüre von VVN-BdA, attac, Bertha-von-Suttner-Stiftung und DfG-VK zeigt auf, welche Akteure versuchen, unter dem Deckmantel von „Friedensdemonstrationen“ ihre nationalistischen Ideologien zu verbreiten, wie anfällig Teile der Friedensbewegung für rechte und verschwörungsideologische Einflüsse sind und welche „Querfronten für den Frieden“ es gibt. Lucius Teidelbaum, freier Journalist und Publizist, beleuchtet dabei das Auftreten und die Strategien rechter und verschwörungsideologischer Akteur*innen wie des Compact-Magazins, Ken Jebsen oder der Partei „Die Basis“.

vvn-bda.de/neue-broschuere-untersucht-rechte-und-verschwoerungsideologische-einflussnahme-auf-friedenspolitische-demonstrationen-gruppen-und-organisationen/

03

Im Ressentiment vereint. Die Leipziger Autoritarismus-Studie 2024 ist erschienen. Aus dem Vorwort: „Die Erhebung analysiert u.a. die Einflüsse von sozialer Ungleichheit und sozialräumlichen Kontexten auf die Verbreitung rechtsextremer Einstellungen. Hier zeigt sich (erneut, Red.) …, dass Arbeitslosigkeit und niedriges Einkommen wenig Erklärungskraft besitzen. Rechtsextreme Einstellungen scheinen viel stärker befördert durch subjektive Deprivationserfahrungen, allgemeine Angst und insbesondere durch das Gefühl, dass es Deutschland insgesamt wirtschaftlich schlecht gehen würde.“ Zwar sei im Vergleich zu vorherigen Erhebungen der Bevölkerungsanteil mit geschlossen rechtsextremem Weltbild gesunken, jedoch nehme die Zustimmung zu ausländerfeindlichen Einstellungen … in den westdeutschen Bundesländern zu.

www.boell.de/sites/default/files/2024-11/leipziger-autoritarismus-studie-2024-vereint-im-ressentiment-autoritaere-dynamiken-und-rechtsextreme-einstellungen.pdf