Kräftiger Reallohnzuwachs für 2024
Bruno Rocker, Berlin. Die Jahresbilanz des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung weist für 2024 einen durchschnittlichen Anstieg der Tariflöhne um 5,5 Prozent aus. Anders als in den Vorjahren stieg die Inflation im Jahresschnitt nur moderat um 2,2 Prozent. Für die Beschäftigten bedeutet das zwar erstmals wieder einen kräftigen Reallohnzuwachs um 3,2 Prozent. Dennoch konnten damit die erheblichen Kaufkraftverluste der Vorjahre erst zum Teil kompensiert werden. Insgesamt profitierten dem WSI zufolge 2024 mehr als 20 Millionen Beschäftigte von tarifvertraglichen Lohnsteigerungen. Einen wichtigen Beitrag leisteten dabei auch die sogenannten Inflationsausgleichsprämien, also steuer- und abgabenfreie Einmalzahlungen bis zu 3000 Euro, die in nahezu allen Tarifbranchen vereinbart wurden. Die Entwicklung unterstreicht die Bedeutung des Kampfes der Gewerkschaften für eine möglichst hohe Tarifbindung. 2025 sind Inflationsausgleichsprämien nicht mehr zu erwarten. Das wird sich zwar einerseits dämpfend auf die Kaufkraftentwicklung auswirken, andererseits erhöhen tabellenwirksame Erhöhungen der Tariflöhne auch die Basis für künftige Erhöhungen in den Folgejahren.