Politische Berichte Nr.01/2025 (PDF)10b
Globale Debatten - UN Initiativen

Grönländer fordern Selbstbestimmung

Ulli Jäckel, Hamburg. In einem Telefonat mit der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen kurz vor seiner Amtsübernahme hat Donald Trump ihr mit „konkreten Maßnahmen gegen Dänemark wie gezielten Zöllen“ gedroht, falls Dänemark sich weigere, Grönland an die USA zu verkaufen. Trump hat zuvor gesagt, dass die USA Grönland kontrollieren müssen, und sich geweigert, den Einsatz militärischer Gewalt zur Übernahme des Gebiets auszuschließen. Während einer Pressekonferenz vor einigen Wochen sagte Trump, dass die USA Grönland „für die wirtschaftliche Sicherheit“ brauchten. Die 2166007 Quadratkilometer große arktische Insel ist reich an Öl und Gas sowie an verschiedenen Rohstoffen für grüne Technologien.

1953 wurde Grönland Teil des Königreichs Dänemark und 1979 wurde die Selbstverwaltung eingeführt. Obwohl Dänemark die Außen- und Sicherheitspolitik Grönlands kontrolliert, hat Grönland ein eigenes Parlament. Frederiksen sagte, dass aus Sicht der dänischen Regierung Grönland den Grönländern gehöre. Der Nordische Rat, das offizielle Gremium für die nordische interparlamentarische Zusammenarbeit mit 87 gewählten Mitgliedern aus Dänemark, Finnland, den Färöer-Inseln, Grönland, Island, Norwegen, Schweden und Åland unterstützt nachdrücklich die Aussagen der Regierungschefs Grönlands, Dänemarks und anderer nordischer Regierungen, dass über Grönlands Zukunft vom grönländischen Volk entschieden wird.

Der grönländische Premierminister Múte Egede strebt mit seiner Partei die Unabhängigkeit Grönlands an. „Unsere Zusammenarbeit mit anderen Ländern und unsere Handelsbeziehungen können nicht mehr ausschließlich über Dänemark erfolgen“, sagte er. Trumps imperialistische Überlegungen ernteten scharfe Kritik von Egede, der erklärte, Grönland stehe „nicht zum Verkauf“. Seit 2009 hat Grönland das Recht, sich durch ein Referendum für unabhängig zu erklären. Trotz großer Bodenschätze wie Öl und Gas ist die Wirtschaft fragil und Grönland stark von Zuwendungen aus Kopenhagen und dem Fischfang abhängig. „Die Geschichte und die gegenwärtigen Bedingungen haben gezeigt, dass es in unserer Zusammenarbeit mit dem Königreich Dänemark nicht gelungen ist, völlige Gleichberechtigung herzustellen“, sagte Egede. Wie andere Länder der Welt müssen wir daran arbeiten, die Hindernisse für eine Zusammenarbeit – die wir als Fesseln des Kolonialismus bezeichnen können – zu beseitigen und voranzukommen.“

https://www.norden.org/en/news/nordic-council-president-strongly-supports-greenlands-right-decide-its-own-future • https://www.politico.eu/article/greenland-prime-minister-mute-egede-independence-denmark-colonialism-donald-trump-arctic/ • https://www.theguardian.com/world/2025/jan/25/trump-greenland-denmark?utm_