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Erasmus+: Großbritannien wieder dabei
Rolf Gehring, Hattingen. Nachdem das Vereinigte Königreich bereits im letzten Jahr mit der EU vertraglich wieder den Zugang zum Forschungs- und Entwicklungsprogramm der EU ermöglichte („Horizont Europa“), wurde nun eine Vereinbarung getroffen, die die Bedingungen für den Wiedereintritt des Landes in das Mobilitätsprogramm Erasmus+ regelt. Damit endet eine lange Pause nach dem Brexit, in der das Vereinigte Königreich daran kein Interesse gezeigt hatte. Dies kann als ein weiteres Zeichen dafür gelesen werden, dass das Vereinigte Königreich die beschädigten Beziehungen zur EU in diversen gesellschaftlichen Feldern wieder aufbaut.
In einer am 17. Dezember veröffentlichten gemeinsamen Erklärung wird festgestellt, dass „einvernehmlich vereinbarte finanzielle Bedingungen“ geschaffen wurden, die „ein faires Gleichgewicht zwischen den Beiträgen des Vereinigten Königreichs und den Vorteilen des Programms darstellen und den Weg für die Teilnahme des Vereinigten Königreichs am Programm im Jahr 2027 ebnen“. Dies beinhaltet eine Beteiligung des Vereinigten Königreiches in Höhe von 560 Millionen Pfund. (Das Budget für das Erasmus+ Programm ist mit 40,8 Mrd. Euro etwa 50% höher als für den letzten Zeitraum – rog).
Der Minister für EU-Beziehungen, Nick Thomas-Symonds, bezeichnete den Schritt als großen Erfolg für die jungen Menschen. Er würden Barrieren abgebaut und Horizonte erweitert, so dass „jeder, unabhängig von seiner Herkunft, die Möglichkeit hat, im Ausland zu studieren und sich weiterzubilden“. Erasmus+ biete Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten nicht nur für Studierende, sondern auch für Auszubildende, Teilnehmende an Weiterbildungseinrichtungen, Sportvereine und Erwachsene in der Erwachsenenbildung. Schätzungsweise über 100 000 Menschen in Großbritannien könnten im ersten Jahr von dem Programm profitieren.
Deutlich wird mit dem Vorgang, dass vertragliche Vereinbarungen, aber auch die in der EU etablierten Strukturen, wichtige Bezugspunkte für den weiteren Ausbau der Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU bleiben. Deutlich sichtbar sind dabei auch die Stärken der Kooperations- und Austauschprogramme für diverse Subsysteme der Gesellschaft, nicht nur in der Forschung, sondern auch über den kulturellen Austausch. Durch Begegnungen beim den Jugendaustausch, im Studium oder der Berufsbildung und in der Arbeit, können Verständnis, Kooperation und Annäherung gestärkt werden und individuelle Möglichkeiten entstehen.
ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/statement_25_3103; www.gov.uk/government/news/young-people-from-all-backgrounds-to-get-opportunity-to-study-abroad-as-uk-eu-deal-unlocks-erasmus