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Dok: Aktionen/Initiativen – Regierungsbildung-Sondierungspapier
Thorsten Jannoff (Red)
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Deutscher Kitaverband sieht positive Signale in den Sondierungsergebnissen
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GEMEINSAMER APPELL
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AWO, GEW und KTK-Bundesverband: „Neue Bundesregierung muss sich für Qualität in der frühen Bildung stark machen!“
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Kita-Fachkräfteverbände zum Sondierungspapier von CDU, CSU und SPD
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Zentrale Weichenstellungen für Solidarität und Zusammenhalt vornehmen und zügig ins Handeln kommen!
Thorsten Jannoff, Gelsenkirchen. Die Reaktionen der Vereine und Verbände, auf die in den bisherigen Sondierungsergebnissen von CDU/CSU und SPD angekündigten Maßnahmen zur frühkindlichen Bildung, fallen unterschiedlich aus. Immerhin sollen die Sprach-Kitas wieder eingeführt werden, die aus unerfindlichen Gründen von Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) abgeschafft worden waren.
Deutscher Kitaverband sieht positive Signale in den Sondierungsergebnissen
Der Deutsche Kitaverband begrüßt die in den Sondierungsergebnissen von CDU/CSU und SPD angekündigten Maßnahmen zur Förderung der frühkindlichen Bildung. Insbesondere die Wiederaufnahme des Bundesprogramms Sprach-Kitas sowie die Einführung eines Kita-Startchancenprogramms sind richtige Schritte, um Bildungsgerechtigkeit von Anfang an zu sichern. Gleichzeitig fordert der Verband eine nachhaltige und verlässliche Finanzierung für Kita-Träger, um die Betreuungsqualität langfristig zu sichern.
„Die Rückkehr der Sprach-Kitas ist ein wichtiger Schritt, um die frühkindliche Sprachförderung nachhaltig zu stärken. Dies muss jedoch durch eine gezielte Qualifizierung von Fachkräften und eine angemessene Personalausstattung ergänzt werden“, erklärt Waltraud Weegmann, Bundesvorsitzende des Deutschen Kitaverbands.
Weegmann weiter mit Blick auf das geplante Kita-Startchancenprogramm, das insbesondere benachteiligten Kindern bessere Bildungsperspektiven bieten soll. „Es ist ein richtiger Ansatz, mehr Mittel gezielt dorthin zu lenken, wo sie am dringendsten benötigt werden. Entscheidend ist aber die Umsetzung, damit die Mittel direkt in Verbesserungen vor Ort fließen“, so Weegmann.
Der Verband fordert, dass beide Programme strukturell abgesichert werden, um zu verhindern, dass sie von Legislaturperiode zu Legislaturperiode neu verhandelt werden müssen.
Der Deutsche Kitaverband sieht die geplanten 500 Milliarden Euro für Infrastrukturinvestitionen als eine Chance, die auch für die frühkindliche Bildung genutzt werden muss. „Länder und Kommunen müssen explizit die Möglichkeit erhalten, aus diesem Sondervermögen in Kitas zu investieren – in Gebäude, Ausstattung und Personal“, fordert Weegmann.
https://www.deutscher-kitaverband.de/deutscher-kitaverband-sieht-positive-signale-in-den-sondierungsergebnissen-weitere-konkretisierung-notwendig/
GEMEINSAMER APPELL
Sehr geehrte Koalitionsverhandelnde,
sehr geehrte Damen und Herren,
gleichwertige Lebensverhältnisse sind ein erklärtes politisches Handlungsziel unseres Grundgesetzes.
Der Bund darf sich deshalb nicht aus seiner Verantwortung zurückziehen. Investitionen in die heranwachsende Generation legen den Grundstein für die Zukunft. Eine gute und bedarfsgerechte Kindertagesbetreuung stärkt unsere Gesellschaft.
Der Auftrag von Kindertageseinrichtungen ist nach dem Achten Sozialgesetzbuch geregelt und damit im Rahmen der öffentlichen Fürsorge verortet. Kitas sollen eine ganzheitliche Bildung, Betreuung und Erziehung bieten, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingeht. Ziel ist es, Kinder in ihrer Entwicklung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu begleiten. – Kinder und ihre Familien benötigen ein verlässliches Unterstützungssystem, das ihre Bedarfe wahr- und ernst nimmt. Nicht zu vergessen: Mütter, Väter und andere Erziehungsberechtigte sind gleichzeitig Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Selbstständige, Unternehmerinnen und Unternehmer und damit Steuerzahlende. – Aufgrund dieser grundlegenden Bedeutung für unsere demokratische Gesellschaft betrachten wir es als eine maßgebliche Verantwortung des Bundes, für eine strukturelle Qualität Sorge zu tragen, die es jedem Kind unabhängig von der Postleitzahl ermöglicht, eine gute Kita zu besuchen.
Wir fordern Sie als Koalitionsverhandelnde dazu auf,
• die Bedeutung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung anzuerkennen und in Ihrem Koalitionsvertrag den Willen zu verankern, den im Jahr 2014 begonnenen Prozess zwischen Bund und Ländern fortzuführen und die Qualität der Kindertagesbetreuung bundesweit weiterzuentwickeln,
• seitens des Bundes Mittel dauerhaft bereitzustellen, um die Qualität in den Kitas langfristig zu sichern und auszubauen – auch nach 2026.
Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass jedes Kind die bestmöglichen Startbedingungen erhält.
Abb. (PDF): Logo-Tafel Aufrufende / Unterstützende
AWO, GEW und KTK-Bundesverband: „Neue Bundesregierung muss sich für Qualität in der frühen Bildung stark machen!“
Bündnis für Kita-Qualität richtet Appell an Beteiligte der Koalitionsverhandlungen
Investitionen in die heranwachsende Generation legen den Grundstein für eine bessere Zukunft. Eine gute und bedarfsgerechte Kindertagesbetreuung stärkt die Gesellschaft. „Eine neue Bundesregierung muss sich für Qualität in der frühen Bildung stark machen und die dafür notwendigen Finanzmittel dauerhaft zusichern und ausbauen – auch nach 2026“, fordert daher das Kita-Qualitätsbündnis aus Arbeiterwohlfahrt (AWO), Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verband Katholischer Tageseinrichtungen (KTK) – Bundesverband in einem gemeinsamen Appell an die Beteiligten der Koalitionsverhandlungen, der von einer Vielzahl von weiteren Organisationen unterzeichnet wurde.
Maike Finnern, GEW-Vorsitzende: „Bildung von Anfang an ist der Schlüssel zu einer gerechten und inklusiven Gesellschaft. Eine neue Bundesregierung muss schnell handeln, denn wir brauchen dringend bundesweit gute Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung und die dafür notwendigen Finanzmittel. Hier muss der Bund Verantwortung übernehmen und sich für die frühe Bildung stark machen.“
Marvin Deversi, Vorstand im AWO-Bundesverband: „Als Bündnis halten wir an unseren bekannten Forderungen wie etwa einem angemessenen Personalschlüssel, dem Anspruch auf Fort- und Weiterbildung und dem Anspruch auf Fachberatung fest. Wir wissen genau: Das Kita-System ist bereits hochkompetent, es braucht aber dringend passgenaue Unterstützung vom Bund. Die allseits bekannten Schwachstellen müssen jetzt in Angriff genommen werden.“
Mirja Wolfs, Vorsitzende des KTK-Bundesverbandes: „Es ist ein wichtiges Signal, dass die Verhandelnden gerechte und gleiche Bildungschancen für alle Kinder als Ziel benannt und die gemeinsame Verantwortung von Bund, Ländern und Kommunen für die Kitas betont haben. Entscheidend wird nun sein, dass diesen Worten Taten folgen. Wir werden die Umsetzung der zugesagten Maßnahmen in den nächsten vier Jahren intensiv verfolgen und die Verantwortlichen daran messen.“
Info: Die Bereitschaft zu einer Kooperation haben Bund und Länder in der vergangenen Legislaturperiode im gemeinsamen „Letter of Intent zwischen der Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ vom 27. März 2024 klar festgehalten. Darin heißt es: „In gemeinsamer Verantwortung von Bund und Ländern werden wir den gemeinsam begonnenen Prozess zur Weiterentwicklung der Qualität in den Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege nahtlos weiterführen.“
Seit mehr als zehn Jahren setzt sich das Bündnis für Kita-Qualität aus AWO, GEW und KTK-Bundesverband für mehr Qualität in der Kindertagesbetreuung ein. Kernforderungen sind bundesweit verbindliche Standards, u.a. gute Personalschlüssel, Leitungsfreistellung sowie mehr Zeit für Fort- und Weiterbildung, Fachberatung und die Berücksichtigung der mittelbaren pädagogischen Arbeitszeit.
https://awo.org/pressemeldung/awo-gew-ktk-appell-fruehe-bildung/
Kita-Fachkräfteverbände zum Sondierungspapier von CDU, CSU und SPD
Keine ernsthaften Bemühungen um kindgerechte und entwicklungsförderliche Standards für alle deutsche Kitas erkennbar
Die Absichtserklärungen zum Thema frühkindliche Bildung im Sondierungspapier von CDU und SPD verkennen die schlechten Rahmenbedingungen in unseren Kitas und bieten keine grundsätzlichen Lösungen, um bundesweit gute frühkindliche Bildung und Chancengerechtigkeit in unseren Kitas zu etablieren.
Wir begrüßen das im Papier formulierte Ziel, beste Bildung auf allen Ebenen zu etablieren. Zitat aus dem Sondierungspapier: „Als rohstoffarmes, von Industrie geprägtes, exportorientiertes Land sind wir auf ein leistungsfähiges, innovatives Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungssystem angewiesen. Eine hervorragende Bildung auf allen Ebenen ist dafür das Fundament. Alle Kinder und Jugendliche in Deutschland sollen gerechte und gleiche Bildungschancen für ein selbstbestimmtes Leben haben.“
Zur Erreichung dieses Ziels werden eine frühzeitige Sprachdiagnostik, die Wiederaufnahme der Sprachkita-Programme und die Ausweitung des Startchancenprogramms auf Kitas in herausfordernden Lagen genannt.
Frühzeitige Sprachdiagnostik: Erzieher* innen sind nicht ausgebildet, um diagnostische Verfahren durchzuführen, bzw. dürfen keine Diagnosen jeglicher Art stellen. Entgegen einer Sprachstandserhebung kann eine Sprachdiagnostik daher nicht in Kitas durchgeführt werden.
Die Wiederaufnahme der Sprachkita-Programme: Daran schließt sich die Frage an, wie Kitas eine kontinuierliche und gezielte Sprachförderung im Kita-Alltag bei allen Kindern mit Förderbedarf gewährleisten sollen. Vor Abschaffung des Bundesprogramms zur Sprachförderung waren lediglich 12,5 % aller Kitas Nutznießer und bekamen zusätzlich eine Sprachförderkraft in ihrer Einrichtung zur Verfügung gestellt. Kinder mit Sprachförderbedarf gibt es aber in jeder deutschen Kita. Was geschieht mit den 87% aller Kitas, die keine zusätzlichen personellen Ressourcen erhalten?
Die Ausweitung des Startchancenprogramms auf Kitas in herausfordernden Lagen: Zusätzliche Förderung für Kitas nach sozialräumlichen Gesichtspunkten begrüßen wir. Allerdings gibt es ein grundsätzliches Problem. Die seit vielen Jahren von Wissenschaft und Fachpraxis angemahnten Mindeststandards für eine gute Kita-Qualität gelten als nicht finanzierbar und werden deshalb nicht umgesetzt. So haben beispielsweise alle Bundesländer bereits 2019 im Rahmen des sogenannten Gute-Kita-Gesetzes unterschrieben, dass sie eine Fachkraft-Kind Relation nach fachlichen Mindestanforderungen anstreben. Dafür sollten bundeseinheitliche kindgerechte Personalstandards etabliert werden, die bis heute auf sich warten lassen.
Beste Bildung für unser rohstoffarmes, exportorientiertes Land kann nur mit den notwendigen finanziellen Mitteln gelingen. Das Kita-System bildet das Fundament des Bildungssystems. Wer hier investiert, legt die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg und Sicherung unseres Wohlstands.
Dem Bund obliegt die Aufgabe, allen Kindern und Jugendlichen in Deutschland gerechte und gleiche Bildungschancen für ein selbstbestimmtes Leben zu bieten sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Damit das gelingt, fordern wir eine stärkere dauerhafte finanzielle Beteiligung des Bundes an der frühkindlichen Bildung. Gemeinsam mit Kommunen und Ländern trägt auch der Bund Verantwortung für ein qualitativ hochwertiges Kita-System, auf das Kinder, Fachkräfte und Eltern seit Jahren vergeblich hoffen.
Kita-Rahmenbedingungen, die nicht entwicklungsförderlich sind, gefährden die kindliche Entwicklung. Ohne ausreichend Zeit und Raum für Zuwendung, intensive Interaktion und Begleitung der kindlichen Entwicklung bleibt das im Sondierungspapier genannte Ziel einer hervorragenden Bildung auf allen Ebenen ein Lippenbekenntnis.
https://kitafachkraefteverband-rlp.de/stellungnahme-der-kita-fachkraefteverbaende-zum-sondierungspapier-von-cdu-csu-und-spd/
Zentrale Weichenstellungen für Solidarität und Zusammenhalt vornehmen und zügig ins Handeln kommen!
Zu den Ergebnissen der Sondierung zwischen CDU, CSU und SPD erklärt der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes e.V., Dr. Joachim Rock:
Punkte wie ein Startchancenprogramm für die Kita, frühe Berufsorientierung für verbesserte Übergänge zwischen Schule und Beruf und die Verhinderung von Schulabbrüchen sind im Einzelnen zu begrüßen, werden den Herausforderungen von Kindheit und Jugend in Deutschland aber nicht gerecht. Eine Zukunftssicherung für junge Menschen sieht anders aus. Die Abschaffung von Kinderarmut, die umfassende Ermöglichung gleicher Teilhabechancen und eine zukunftssichernde Klimapolitik ist das, was junge Generationen brauchen. Gleichstellungspolitisch kommen wir mit einer einheitlichen Mütterrente und einem jährlichen Familienbudget für Alltagshelfer nicht voran. Lohnangleichungen zwischen Frauen und Männern sollen geprüft werden. Hier fehlt der gemeinsame politische Wille, Gleichstellung wirklich umzusetzen.
https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/statement-zum-sondierungspapier/