Politische Berichte Nr.05/2025 (PDF)16
Aus Kommunen und Ländern

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Köln: Wird die grün-linke Mehrheit wieder nicht zum Zuge kommen?

Jörg Detjen, Köln

In der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahlen gelang es Grünen, SPD und Linken, den OB-Kandidaten der CDU aus dem Rennen zu nehmen. Ein nicht zu unterschätzender Erfolg. In der Stichwahl hatte Die Linke zwar die grüne OB-Kandidatin Berîvan Aymaz unterstützt, doch das reichte nicht aus. Der SPD-Kandidat Burmester wurde von der CDU unterstützt und mit 53,5 % gewählt. Schade! Vermutlich wird es im Rat zu einem Bündnis aus SPD, CDU, FDP und Volt kommen.

In den Nachbarstädten Aachen und Bonn war es noch deutlicher: Die grünen Amtsinhaberinnen Sibylle Keupen und Katja Dörner verloren an die CDU.

In der viertgrößten Stadt Deutschlands, Köln, einer Dienstleistungsstadt, erhielt Die Linke 10,8 % (6,5 %), das sind ca. 50 000 Stimmen.

Die Linke hatte schon immer gute Ergebnisse in Köln und konnte dieses Mal 22 000 Stimmen dazugewinnen. Damit wird sie zehn statt bisher sechs Mandate im Rat haben.

Grüne, SPD und CDU erhielten etwas weniger Stimmen, die AfD 9,1 %. Im Stadtrat hätten Grüne, SPD und Die Linke mit 50 Stimmen eine klare Mehrheit.

Auch in den neun Bezirksvertretungen konnte Die Linke ihre Ergebnisse deutlich verbessern: von 13 auf 20 Mandate. Besonders ist, dass Die Linke in zwei der 45 Wahlkreise mit 27,6 % bzw. 25,9 % der Stimmen siegte. In den Stadtbezirken Innenstadt (14,7 %) und Ehrenfeld (15,4 %) ist Die Linke die drittstärkste Partei vor der CDU.

Die Kölner Linke konnte an den großen Zuspruch aus der Zeit der Bundestagswahl anknüpfen. Einen solchen Zuspruch hat der Autor dieses Artikels noch nie erlebt.

Hinzu kam das enorme Engagement der vielen neuen Mitglieder. Es gab Häuserwahlkampf, viele Infostände, zahlreiche linke Feste in den Stadtbezirken, eine Abschlusskundgebung mit Heidi Reichinnek sowie zahlreiche Auftritte im Internet und in den sozialen Medien – all das hatte es in dem Umfang bisher nicht gegeben.

Auch die Fokussierung auf wenige kommunalpolitische Themen, die Aufstellung eines eigenen OB-Kandidaten und die Bewerbung mit Personen waren richtig. Auch wenn es den einen oder anderen Mangel und Fehler gab, war entscheidend, dass die Linke ein positives und interessantes Bild abgab und eine positive Stimmung verbreitete.

Parallel zur Kommunalwahl fanden auch die Wahlen zum Integrationsrat statt. Die linke internationale Liste erzielte vier der 22 Mandate (16,2 %) und ist nach der SPD-Liste die zweitstärkste Gruppe im Integrationsrat.